"Sol chi non lascia eredità d’affetti / poca gioia ha dell’urna", schrieb vor knapp zweihundert Jahren der Dichter Ugo Foscolo: Nur derjenige, der kein beweinenswertes Andenken hinterlässt, empfindet keine Freude beim Gedanken, dass nach seinem Tod ein Grab seine sterblichen Überreste religiös verwahrt und einen Grund zur Zusammenkunft der Familie darstellt.
Auch wenn man den Wesenskern der Mahnung Foscolos erfasst, muss trotzdem noch angemerkt werden, dass es nicht nur das Grab in seiner Gegenständlichkeit ist, das einen gesunden, konstruktiven Geist der Blutsverwandtschaft anklingen lässt oder – um nochmals die “Sepolcri” von Foscolo zu zitieren – jene Übereinstimmung liebevoller Sinnesempfindungen, die den Menschen als himmlische Gabe zuteil wurde, herbeiführt.
Auch das Wissen um das Leben unserer Vorfahren, das Bewusstsein über die aus den nüchternen dokumentarischen Daten zu Tage getretenen vielerlei Wechselfälle ihres Geschicks, die Achtung vor ihrer mutigen, der verbreiteten existentiellen Unsicherheit trotzenden Alltäglichkeit sind treibende Elemente für eine weitere, stets wünschenswerte Festigung der liebevollen Verbundenheit.
Sie sind daher auch die vorrangigen Beweggründe für die vorliegende Studie zur Geschichte der Familie Poli. Diese erweist sich in den Absichten des Auftraggebers, aber auch denen des Autors (die sich über diesen Aspekt durchaus und eigentlich fast schon außergewöhnlich einig sind) als grundverschieden von den vielerlei Beweihräucherungen oder – schlimmer noch – Selbstbeweihräucherungen, die so oft gegenüber denjenigen, die in ihren Geschäften Erfolg hatten, zu finden sind.